Von der Klinik nach Hause: Checkliste für Angehörige

Wenn feststeht, dass ein Angehöriger mit Intensivpflegebedarf aus der Klinik nach Hause kommt, fühlt sich das oft wie ein Berg aus Aufgaben an. Diese Checkliste bringt Ordnung hinein: Sie zeigt Schritt für Schritt, was zu klären ist und welche Fragen Sie stellen sollten – damit am Entlassungstag alles bereitsteht und keine Versorgungslücke entsteht. Die gute Nachricht vorweg: Sie müssen das nicht allein stemmen. Vieles übernimmt ein spezialisierter Pflegedienst im Rahmen der Pflegeüberleitung für Sie.

Lesezeit ca. 6 Minuten · Intensivpflege Plus, Maintal · Rhein-Main-Gebiet

Schritt 1 – So früh wie möglich starten

Der wichtigste Punkt zuerst: Beginnen Sie so früh wie möglich, am besten sobald absehbar ist, dass eine häusliche Intensivpflege nötig wird. Je mehr Vorlauf bleibt, desto ruhiger und sicherer läuft die Organisation.

• Sprechen Sie früh den Sozialdienst bzw. das Entlassungsmanagement der Klinik an – Kliniken sind zu einem Entlassungsmanagement verpflichtet.

• Nehmen Sie parallel Kontakt zu einem spezialisierten Intensivpflegedienst auf, der die Koordination übernimmt.

• Sammeln Sie wichtige Unterlagen an einem Ort: Arztberichte, Diagnosen, Medikamentenplan, Versichertendaten, ggf. Pflegegrad-Bescheid.

• Klären Sie in der Familie, wer die zentrale Ansprechperson ist.

Schritt 2 – Mit Klinik und Sozialdienst klären

In dieser Phase geht es darum, den Versorgungsbedarf genau zu bestimmen. Folgende Punkte sollten Sie mit den behandelnden Ärzten und dem Sozialdienst besprechen:

• Welcher Versorgungsumfang ist nötig (z. B. Beatmung, Tracheostoma, Überwachung – stundenweise oder rund um die Uhr)?

• Liegt eine ärztliche Verordnung für die außerklinische Intensivpflege vor bzw. wird sie ausgestellt?

• Wurde die gesetzlich vorgeschriebene Potenzialerhebung (Prüfung des Entwöhnungspotenzials) durchgeführt?

• Welche Hilfsmittel werden benötigt und wer beantragt sie?

• Welcher Facharzt übernimmt die weitere Betreuung zu Hause?

Schritt 3 – Kostenübernahme und Verordnung sichern

Damit zu Hause keine finanzielle Unsicherheit entsteht, muss die Kostenfrage vor der Entlassung geklärt sein. Wie das Beantragen im Detail abläuft, lesen Sie in unserem Ratgeber zum beantragen; was die Versorgung kostet und was Ihr Eigenanteil ist, erklären wir bei den Kosten.

• Verordnung der außerklinischen Intensivpflege bei der Krankenkasse einreichen (übernimmt meist der Pflegedienst mit Ihnen).

• Genehmigung der Krankenkasse abwarten bzw. nachhalten – hier hilft der Pflegedienst beim Nachfassen.

• Ihre Rechte kennen: Das IPReG sichert das Wunsch- und Wahlrecht auf Versorgung zu Hause.

• Pflegegrad prüfen bzw. beantragen, falls noch nicht vorhanden – für Leistungen der Pflegeversicherung.

Schritt 4 – Hilfsmittel und Wohnung vorbereiten

Die häusliche Umgebung muss auf die Versorgung eingerichtet sein. Vieles davon organisiert der Pflegedienst gemeinsam mit dem Sanitätshaus – Sie behalten mit dieser Liste den Überblick:

• Medizintechnik: Beatmungsgerät (inkl. Ersatzgerät), Absauggerät, Monitoring, ggf. Sauerstoff.

• Pflegehilfsmittel: Pflegebett, Lagerungshilfen, Verbrauchsmaterial (z. B. Kanülen, Absaugkatheter).

• Platz schaffen: ausreichend Raum für Gerät, Material und Personal; ggf. kleine Wohnraumanpassungen.

• Notfallausstattung und Ersatzmaterial griffbereit; Stromversorgung bzw. Notstrom für Geräte bedenken.

• Lieferung und Funktionsprüfung der Geräte vor dem Entlassungstag terminieren.

Schritt 5 – Pflegedienst wählen und der Entlassungstag

Die Wahl des Pflegedienstes liegt bei Ihnen – nutzen Sie dieses Recht. Achten Sie auf Spezialisierung, feste Bezugspflege und Erreichbarkeit.

• Ist der Dienst auf Beatmung bzw. Intensivpflege spezialisiert und im Rhein-Main-Gebiet schnell vor Ort?

• Gibt es feste Bezugspflegekräfte statt ständig wechselndem Personal?

• Wie ist die Erreichbarkeit rund um die Uhr geregelt?

• Ist am Entlassungstag ein lückenloser Übergang geplant (Personal vor Ort, Geräte bereit, Medikamente da)?

• Wer ist Ihre feste Ansprechperson für Rückfragen nach der Entlassung?

Häufige Fragen

Wann sollten wir mit der Organisation beginnen?

So früh wie möglich. Sobald absehbar ist, dass eine häusliche Intensivpflege nötig wird, sollten Sie den Sozialdienst und einen spezialisierten Pflegedienst ansprechen – das schafft Zeit für einen reibungslosen Übergang.

Müssen wir das alles selbst erledigen?

Nein. Die Koordination – Kostenklärung, Hilfsmittel, Personalplanung – übernimmt ein spezialisierter Intensivpflegedienst im Rahmen der Pflegeüberleitung. Diese Checkliste hilft Ihnen, den Überblick zu behalten und die richtigen Fragen zu stellen.

Können wir den Pflegedienst frei wählen?

Ja. Sie haben ein Wahlrecht. Das IPReG stärkt zusätzlich Ihr Recht auf eine Versorgung im eigenen Zuhause. Wählen Sie einen Dienst, der auf Intensivpflege spezialisiert ist und feste Bezugspflege bietet.

Was passiert, wenn am Entlassungstag noch etwas fehlt?

Genau das soll die frühzeitige Planung verhindern. Ein erfahrener Pflegedienst stellt sicher, dass Personal, Geräte, Material und Kostenklärung rechtzeitig stehen – so entsteht keine Versorgungslücke.

Beratung für das Rhein-Main-Gebiet

Steht bei Ihrem Angehörigen die Entlassung aus der Klinik bevor? Sprechen Sie uns frühzeitig an – wir gehen die Checkliste gemeinsam mit Ihnen durch und organisieren den sicheren Übergang nach Hause. Rufen Sie an: 01520 6475207 oder schreiben Sie an info@intensivpflege-plus.de.